Von Behauptungen zu Beweisen: warum die biobasierte Zertifizierung heute im Druckmarkt entscheidend ist
Nachhaltigkeit ist zu einem der meistdiskutierten Themen in der Druckindustrie geworden. Doch mit der wachsenden Aufmerksamkeit ist auch die Verwirrung gewachsen.
Der heutige Markt ist gesättigt mit Nachhaltigkeitsbehauptungen, Selbstdeklarationen und unscharf definierten Konzepten, was es zunehmend erschwert, echten Impact von gut gemeinter Kommunikation zu unterscheiden.
Für Druckdienstleister, Marken und ESG-Entscheider stellt dieses „Green Noise“ eine reale Herausforderung dar: Wie lassen sich Materialien auf Basis von Fakten bewerten – und nicht auf Basis von Versprechen?
In diesem Kontext wird die unabhängige Zertifizierung unverzichtbar.
Die Herausforderung: Nachhaltigkeit ohne Klarheit
In den letzten Jahren hat sich Nachhaltigkeit von einem „Nice-to-have“ zu einem echten Entscheidungskriterium entwickelt. Marken stehen unter wachsendem Druck, ihre Auswirkungen zu dokumentieren, Druckereien sollen sich an ESG-Anforderungen ausrichten, und Materialien werden genauer geprüft als je zuvor.
Trotz dieser zunehmenden Aufmerksamkeit fehlt es dem Markt jedoch häufig an:
- klaren Definitionen
- vergleichbaren Kennzahlen
- unabhängiger Verifizierung
Das Ergebnis ist das Risiko, dass Nachhaltigkeit an Bedeutung verliert – nicht, weil sie unwichtig ist, sondern weil ihr Struktur fehlt.
In einer Branche, die auf Zuverlässigkeit, Konsistenz und Leistung aufbaut, ist dieser Mangel an Klarheit nicht länger tragbar.
Warum unabhängige Zertifizierung die Diskussion verändert
Unabhängige Zertifizierungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung von Vertrauen und Transparenz.
Sie bringen:
- objektive Messungen
- anerkannte Methoden
- Verifizierung durch Dritte
Dadurch wird Nachhaltigkeit aus dem Bereich subjektiver Interpretation herausgelöst und in einen Rahmen überführt, in dem sie bewertet, verglichen und berichtet werden kann – mit Vertrauen.
Für die Druckindustrie ist dieser Wandel besonders relevant, da Nachhaltigkeit zunehmend in Beschaffungsentscheidungen und ESG-Reporting-Strukturen integriert wird.
BIOND: vom biobasierten Konzept zur zertifizierten Realität
BIOND wurde mit einem klaren Anspruch entwickelt: eine neue Generation von Druckfolien auf Basis biogener Rohstoffe anzubieten, ohne Kompromisse bei Leistung oder Verarbeitbarkeit einzugehen.
Mit der kürzlich verliehenen OK biobased-Zertifizierung ist dieser Anspruch nun unabhängig bestätigt.
Die Zertifizierung bestätigt:
- einen biobasierten Kohlenstoffanteil von bis zu 97 %
- eine Bewertung gemäß EN 16640, der europäischen Norm zur Bestimmung des biobasierten Kohlenstoffgehalts
- die Verifizierung durch eine anerkannte, unabhängige Zertifizierungsstelle
Damit markiert sie einen klaren Übergang: BIOND entwickelt sich von einer Nachhaltigkeitsbehauptung zu einer faktenbasierten, dokumentierten und überprüfbaren Lösung.
Zertifizierte Produkte im realen Einsatz
Wichtig ist, dass sich die OK biobased-Zertifizierung auf konkrete BIOND-Produkte bezieht, die aktuell am Markt verfügbar sind, und somit sicherstellt, dass verifizierte Nachhaltigkeitsaussagen direkt mit Materialien verknüpft sind, die in realen Produktionsumgebungen eingesetzt werden.
Zu den zertifizierten Produkten zählen:
- BIOND Dot Matrix → biondfilms.com/de/produkte/printing-films/
- BIOND Bubble-Free → biondfilms.com/de/produkte/printing-films/
Durch die Zertifizierung einzelner Produkte – und nicht abstrakter Konzepte – stärkt BIOND die Verbindung zwischen Nachhaltigkeitsdaten und praktischer Anwendung und ermöglicht es Druckereien und Marken, fundierte und sichere Materialentscheidungen zu treffen.
Was EN 16640 wirklich bedeutet (ohne Komplexität)
EN 16640 ist die europäische Norm, die festlegt, wie der biobasierte Kohlenstoffanteil eines Materials gemessen wird.
Vereinfacht gesagt:
- analysiert sie den Anteil des Kohlenstoffs aus erneuerbaren biologischen Quellen
- unterscheidet biobasierten von fossilem Kohlenstoff
- stellt eine transparente, reproduzierbare und wissenschaftlich anerkannte Methodik bereit
Das ist entscheidend, da es sicherstellt, dass biobasierte Aussagen nicht auf Annahmen oder internen Berechnungen beruhen, sondern auf einem objektiven und vergleichbaren Ansatz.
Für den Markt schafft EN 16640 einen gemeinsamen Referenzpunkt – und dieser Referenzpunkt sind Daten.
Was diese Zertifizierung ist – und was sie nicht ist
Klarheit bedeutet auch, den Umfang der Zertifizierung zu verstehen.
Die OK biobased-Zertifizierung ist:
- unabhängig verifiziert
- messbar und dokumentiert
- relevant für ESG-Reporting und Materialbewertung
Sie ist nicht:
- ein Marketinglabel
- eine selbstdeklarierte Nachhaltigkeitsaussage
- ein Ersatz für professionelles Urteilsvermögen bei der Materialauswahl
Zertifizierung ersetzt keine Entscheidungen. Sie stärkt sie.
Warum das für Druckereien und Marken relevant ist
Für Druckereien helfen zertifizierte Materialien, Unsicherheiten zu reduzieren. Sie erleichtern die Begründung von Materialentscheidungen, die Beantwortung von Kundenfragen und die Ausrichtung von Nachhaltigkeitszielen an der operativen Realität.
Für Marken und ESG-Teams liefert die Zertifizierung belastbare Daten, die in Nachhaltigkeitsstrategien, Audits und Reporting-Prozesse integriert werden können.
In beiden Fällen liegt der Wert in der Vertrauensbildung: dem Vertrauen, dass Nachhaltigkeitsaussagen durch Belege gestützt sind.
Eine umfassendere Verantwortung für die Branche
Im Zusammenhang mit dieser Zertifizierung betont Armando Mota, CEO von Digidelta, die größere Verantwortung hinter diesem Meilenstein:
„Nachhaltigkeit in unserer Branche kann sich nicht länger allein auf gute Absichten stützen. Als Hersteller tragen wir die Verantwortung, Klarheit, Daten und unabhängige Validierung bereitzustellen. Bei Zertifizierung geht es nicht um Differenzierung – es geht um Glaubwürdigkeit.“
Diese Sichtweise spiegelt einen breiteren Wandel in der Branche wider: Nachhaltigkeit ist kein wettbewerblicher Slogan mehr, sondern eine gemeinsame Verantwortung entlang
der gesamten Wertschöpfungskette.
der gesamten Wertschöpfungskette.
Weniger Rauschen, mehr Substanz
Die Zukunft der Nachhaltigkeit im Druck wird nicht von denen bestimmt, die am meisten kommunizieren, sondern von denen, die ihren Impact klar und konsistent dokumentieren können.
Unabhängige Zertifizierung ist nicht das Ende des Weges – aber sie ist eine notwendige Grundlage.
Für BIOND steht die OK biobased-Zertifizierung für ein klares Bekenntnis zu Transparenz, Verantwortung und fundierter Entscheidungsfindung in einem Markt, der zunehmend Beweise verlangt.